Französische Bulldogge

Über die Französische Bulldogge

Die Französische Bulldogge ist eine von der FCI anerkannte französische Hunderasse mit englischen Wurzeln. Sie gehört zur FCI-Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 11 (Kleine doggenartige Hunde). Mit ihren charakteristischen Fledermausohren und ihrem komischen Wesen ist sie heute eine der beliebtesten Begleithunderassen weltweit.

Steckbrief

Widerristhöhe Rüde 27-35 cm Hündin 24-32 cm
Gewicht 9-14 kg 8-13 kg
Lebenserwartung 10-12 Jahre
FCI-Gruppe 9 – Gesellschafts- und Begleithunde
FCI-Sektion 11 – Kleine doggenartige Hunde
FCI-Nummer 101
Ursprung Frankreich (aus englischen Bulldoggen hervorgegangen)

Charakter

Die Französische Bulldogge ist anhänglich, verspielt und besitzt einen ausgeprägten Humor. Sie ist gesellig und menschenbezogen, dabei aber auch stur und eigensinnig. Sie bellt wenig, kommuniziert aber viel durch Grunzen, Schnarchen und andere Geräusche. Sie ist mutig und aufgeweckt, dabei aber nicht aggressiv. Ihre freundliche, ausgeglichene Art macht sie zu einem idealen Begleiter für Einzelpersonen und Familien.

Optik & Körperbau

Die Französische Bulldogge ist ein kompakter, muskulöser Hund mit dem charakteristischen breiten, eckigen Kopf und den aufrecht stehenden „Fledermausohren“. Die Schnauze ist kurz und zurückgelegt (brachycephal), der Unterkiefer steht vor. Der Körper ist birnenförmig mit Karpfenrücken. Die Rute ist kurz und gerade oder geknickt. Das Fell ist fein, kurz und glänzend. Die Farben sind fawn (falbfarben), gestromt oder gescheckt. Weiße Abzeichen sind bei gestromten Hunden erlaubt.

Geschichte

Die Französische Bulldogge entstand aus der Englischen Bulldogge alten Typs, die ursprünglich für Bullbaiting und Hundekämpfe eingesetzt wurde. Nach dem Verbot der Hundekämpfe züchtete man kleinere, friedlichere Toy-Bulldoggen. Englische Spitzenklöppler aus Nottingham und East London brachten diese kleinen Bulldoggen Ende des 19. Jahrhunderts in die Normandie mit. In Frankreich entstanden durch Kreuzungen mit Terriern und möglicherweise Mops die typischen Fledermausohren. 1880 wurde der erste Zuchtverein gegründet, 1885 das Zuchtbuch eröffnet. 1954 erfolgte die FCI-Anerkennung. Heute ist sie eine der beliebtesten Rassen in Städten weltweit.

Haltung & Pflege

Die Französische Bulldogge ist ideal für die Wohnungshaltung – sie braucht wenig Platz und moderate Bewegung. Tägliche Spaziergänge reichen aus, extreme Hitze oder Kälte sollte vermieden werden (brachycephales Atemwegssyndrom). Die Gesichtsfalten müssen regelmäßig gereinigt werden, um Hautirritationen zu vermeiden. Das Fell ist pflegeleicht. Sie braucht viel Nähe zu ihrem Menschen und verträgt langes Alleinsein schlecht.

Gesundheit

Als brachycephale Rasse leidet die Französische Bulldogge häufig unter dem Brachycephalen Obstruktiven Atemwegssyndrom (BOAS). Die kurze Schnauze führt zu Atemproblemen, Schnarchen und Überhitzung. Bandscheibenerkrankungen (IVDD) und Patellaluxation sind häufig. Hautfalten-Infektionen, Allergien und Augenprobleme (Cherry Eye) kommen vor. Zuchthunde sollten auf BOAS und Patellaluxation getestet werden. In den Niederlanden ist die Zucht von Hunden mit Nasen unter 1/3 der Kopflänge als Qualzucht verboten. Die Lebenserwartung liegt bei 10-12 Jahren.

Bewegungsbedarf

Die Französische Bulldogge hat einen moderaten Bewegungsbedarf. Kurze bis mittlere Spaziergänge reichen aus – Überanstrengung sollte vermiedet werden, da die Atemwege schnell überlastet sind. Spiele und kurze Trainingseinheiten im Haus oder Garten sind ideal. Im Sommer sollten Spaziergänge in die kühleren Tageszeiten verlegt werden.

Trainierbarkeit

Die Französische Bulldogge ist intelligent, aber stur. Sie weiß genau, was man von ihr will – entscheidet aber selbst, ob sie es tut. Geduld, Konsequenz und vor allem positive Verstärkung mit Leckerlis sind der Schlüssel zum Erfolg. Härte und Zwang machen sie nur sturrer. Kurze, abwechslungsreiche Trainingseinheiten funktionieren am besten.

Familieneignung

Die Französische Bulldogge ist ein hervorragender Familienhund. Sie ist sanft mit Kindern, verspielt und anhänglich. Mit anderen Haustieren kommt sie in der Regel gut aus. Ihre ruhige Art und die geringe Größe machen sie auch für Senioren geeignet. Sie ist wachsam, aber nicht übermäßig bellfreudig – ideal für die Nachbarschaft.

Wohnungsgeeignetheit

Die Französische Bulldogge ist der Inbegriff des Stadthundes. Klein, ruhig, pflegeleicht – perfekt für die Wohnung. Sie braucht keinen Garten, solange sie täglich an die frische Luft kommt. Ihr Bellen ist selten und leise. Wichtig: Sie verträgt keine Hitze und sollte klimatisierte Räume im Sommer haben.

Pflegeaufwand

Das Fell der Französischen Bulldogge ist sehr pflegeleicht – gelegentliches Bürsten reicht. Wichtig ist die tägliche Reinigung der Gesichtsfalten mit einem feuchten Tuch, um Hautinfektionen zu vermeiden. Die Ohren sollten regelmäßig kontrolliert werden. Die Falten am Körper und die Afterregion sollten sauber gehalten werden. Krallenpflege und Zahnhygiene gehören zur Routine.

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