Über den Deutschen Schäferhund
Der Deutsche Schäferhund ist eine Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland entstandene, von der FCI anerkannte Hunderasse. Er gehört zur FCI-Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde), Sektion 1 (Schäferhunde) und ist weltweit einer der bekanntesten und vielseitigsten Arbeitshunde.
Steckbrief
| Widerristhöhe | Rüde 60-65 cm | Hündin 55-60 cm |
| Gewicht | 30-40 kg | 22-32 kg |
| Lebenserwartung | 9-13 Jahre | |
| FCI-Gruppe | 1 – Hütehunde und Treibhunde | |
| FCI-Sektion | 1 – Schäferhunde | |
| FCI-Nummer | 166 | |
| Ursprung | Deutschland | |
Charakter
Der Deutsche Schäferhund ist selbstbewusst, mutig und extrem arbeitswillig. Er besitzt einen ausgeprägten Schutz- und Verteidigungstrieb, ist aber keinesfalls grundlos aggressiv. Er ist seinem Besitzer und dessen Familie absolut treu und hingebungsvoll, Fremden gegenüber misstrauisch und reserviert. Er ist hochintelligent, lernfähig und besitzt eine enorme Willensstärke. Seine Vielseitigkeit macht ihn zum idealen Polizei-, Militär-, Rettungs- und Blindenführhund.
Optik & Körperbau
Der Deutsche Schäferhund ist ein mittelgroßer, kräftiger und stark bemuskelter Hund, der eher länger als hoch ist. Der Widerrist bildet den höchsten Punkt des Rückens. Der Kopf ist keilförmig mit geradem Nasenrücken und schwarzer Nase. Die Stehohren sind groß und nach vorne gerichtet. Die Augen sind dunkel und mandelförmig. Das Fell besteht aus dichter Unterwolle und anliegendem Deckhaar – in stockhaariger oder langstockhaariger Variante. Die Farben reichen von schwarz mit rotbraunen Abzeichen über Sattelzeichnung bis zu einfarbig schwarz oder grau.
Geschichte
Der Deutsche Schäferhund wurde von Max von Stephanitz begründet, der am 15. Januar 1898 den drei Jahre alten Hektor Linksrhein kaufte und ihn in Horand von Grafrath umbenannte. Horand wurde der erste im Zuchtbuch des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV) eingetragene Hund. Am 22. April 1899 gründete Stephanitz den SV in Karlsruhe. Er schuf bewusst einen Arbeitshund aus den süddeutschen Hütehundschlägen. Im Ersten Weltkrieg wurde die Rasse in England in „Alsatian“ umbenannt (antideutsche Ressentiments) – ein Name der sich in Großbritannien teilweise bis heute hält. Heute ist der Deutsche Schäferhund weltweit einer der meistgenutzten Diensthunde.
Haltung & Pflege
Der Deutsche Schäferhund braucht viel Bewegung und vor allem geistige Beschäftigung. Er ist ein Arbeitshund, der Aufgaben braucht – Beschäftigungslosigkeit macht ihn unruhig und destruktiv. Ideal sind Hundeführerschein, Schutzhundearbeit, Tracking oder Mantrailing. Die Fellpflege ist unkompliziert – regelmäßiges Bürsten reicht, beim Fellwechsel etwas häufiger. Er braucht eine konsequente, aber liebevolle Erziehung und einen erfahrenen Halter.
Gesundheit
Der Deutsche Schäferhund ist anfällig für Hüft- und Ellbogendysplasie (HD/ED), die bei der Zucht geröntgt werden muss. Degenerative Myelopathie (DM) ist eine fortschreitende Rückenmarkserkrankung, für die ein Gentest existiert. Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) und Magendrehung kommen ebenfalls gehäuft vor. Zuchthunde müssen beim SV eine Wesensprüfung und AdA (Arbeitseignungsprüfung) ablegen. Die Lebenserwartung liegt bei 9-13 Jahren.
Bewegungsbedarf
Der Deutsche Schäferhund hat einen hohen Bewegungsbedarf. Lange Spaziergänge, Radtouren oder Joggen sind ideal, aber körperliche Bewegung allein reicht nicht – er braucht auch geistige Herausforderungen. Arbeit mit der Nase (Mantrailing, Fährtenarbeit) und Beschäftigung mit dem Besitzer sind essenziell.
Trainierbarkeit
Der Deutsche Schäferhund ist extrem trainierbar und vielseitig einsetzbar. Seine Intelligenz, Lernbereitschaft und Arbeitsfreude machen ihn zu einem der besten Diensthunde der Welt. Konsequente, faire Erziehung mit positiver Verstärkung führt zu besten Ergebnissen. Er reagiert sensibel auf Stimmungen seines Besitzers. Härte und Ungerechtigkeit verträgt er nicht und reagiert mit Gegenwehr oder Rückzug.
Familieneignung
Der Deutsche Schäferhund kann ein hervorragender Familienhund sein, wenn er gut sozialisiert und erzogen wird. Er ist treu und beschützend gegenüber seiner Familie, geduldig mit Kindern und wachsam im Haus. Allerdings braucht er einen erfahrenen Besitzer, der ihn konsequent führt und ausreichend beschäftigt. Für Anfänger ist er nur bedingt geeignet.
Wohnungsgeeignetheit
Der Deutsche Schäferhund kann in einer Wohnung gehalten werden, wenn er ausreichend Bewegung und Beschäftigung bekommt. Ein Haus mit Garten ist aber deutlich besser geeignet. Wichtig ist, dass er nicht stundenlang allein bleibt und genug Auslauf bekommt.
Pflegeaufwand
Die Fellpflege des Deutschen Schäferhundes ist unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten (1-2x pro Woche) reicht aus, beim Fellwechsel im Frühjahr und Herbst sollte häufiger gebürstet werden. Er neigt zum Haaren. Ohren, Krallen und Zähne sollten regelmäßig kontrolliert werden.

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