Anatolischer Hirtenhund

Über den Anatolischer Hirtenhund

Der Anatolische Hirtenhund (türkisch Çoban Köpeği) ist eine türkische Hirtenhundrasse aus Anatolien. Er war bis 2018 unter der FCI-Nummer 331 als eigene Rasse anerkannt und wurde dann vom Kangal-Hirtenhund abgelöst. In der Türkei werden verschiedene Hirtenhundtypen wie Akbaş, Kangal und Kars-Hund als eigenständige Rassen betrachtet.

Steckbrief

Widerristhöhe Rüde 74-81 cm Hündin 71-79 cm
Gewicht Rüde 50-65 kg Hündin 40-55 kg
Lebenserwartung 10-13 Jahre
FCI-Gruppe 2 – Pinscher, Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde
FCI-Sektion 2 – Molossoide, Berghunde
Ursprung Türkei (Anatolien)

Charakter

Der Anatolische Hirtenhund ist ausgeglichen, mutig, misstrauisch gegenüber Fremden und sehr wachsam. Er ist im Normalfall ruhig, kann aber auch sehr wendig und schnell agieren. In der Dunkelheit ist seine Wachsamkeit gesteigert. Er zeigt sich gegenüber unbekannten Personen distanziert und reserviert und ist sehr an seine Familie gebunden. Als Herdenschutzhund agiert er meist sehr selbständig, entwickelt einen gewissen Eigensinn und ist oft dominant. Konsequente und vor allem frühe Erziehung ist essentiell.

Optik & Körperbau

Der Anatolische Hirtenhund ist ein imposanter, großrahmiger Hund mit kraftvoller Gestalt und breitem, kräftigem Kopf. Das Fell ist kurz oder halblang, dicht mit dicker Unterwolle. An Hals und Schulter ist das Haar etwas länger. Alle Farben sind laut Standard zulässig. Die Widerristhöhe beträgt bei Rüden bis zu 85 cm bei 44-64 kg Gewicht, teilweise werden auch 90 cm und 80 kg erreicht. Das Haarkleid variiert jahreszeitabhängig.

Geschichte

Der FCI-Standard für den Anatolischen Hirtenhund entstand am 10. April 1980, als es in der Türkei noch keine kynologische Vereinigung gab. Türkische Züchter kritisierten diesen Standard heftig. Kynologe Hans Räber hielt ihn für revisionsbedürftig, da jeder hirtenhundähnliche Mischlingshund damit als Anatolischer Hirtenhund ausgestellt werden konnte. Am 15. Juni 2018 wurde der Anatolische Hirtenhund vom Kangal-Hirtenhund als FCI-Rasse abgelöst. In der Türkei gelten Akbaş, Kangal und Kars-Hund jeweils als eigenständige Rassen.

Haltung & Pflege

Der Anatolische Hirtenhund ist ein Herdenschutzhund, der Herden selbstständig gegen Beutegreifer wie Wölfe verteidigt. Er leidet unabhängig vom Wetter im Freien und kann mehrere Tage ohne Fressen ausharren. Für die Haltung als Begleithund ist er nur für sehr erfahrene Halter geeignet. Er braucht viel Platz und eine Aufgabe. In mehreren deutschen Bundesländern steht er auf der Rasseliste.

Gesundheit

Der Anatolische Hirtenhund ist eine robuste Rasse. Wie alle großen Hunde können Hüftdysplasie und Gelenkprobleme auftreten. Regelmäßige tierärztliche Vorsorge und eine angepasste Ernährung sind wichtig.

Bewegungsbedarf

Der Anatolische Hirtenhund benötigt viel Auslauf und eine Aufgabe. Lange Spaziergänge und geistige Beschäftigung sind wichtig.

Trainierbarkeit

Der Anatolische Hirtenhund ist intelligent aber sehr eigenständig. Frühzeitige, konsequente und geduldige Erziehung ist absolut notwendig, da Dominanz und Eigensinn sonst überwiegen.

Familieneignung

Er ist sehr an seine Familie gebunden und kann bei richtiger Erziehung ein treuer Beschützer sein. Für Familien mit Kindern geeignet, wenn der Hund gut sozialisiert ist. Nicht für Anfänger geeignet.

Wohnungsgeeignetheit

Nicht für die Wohnungshaltung geeignet. Er braucht ein großes Grundstück mit sicherem Zaun.

Pflegeaufwand

Das Fell erfordert regelmäßiges Bürsten, besonders während des Fellwechsels. Ansonsten ist die Pflege unkompliziert.

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